Schule der Gefühle

Gefühle spielen für das Lernen eine zentrale Rolle und haben einen wichtigen, häufig den entscheidenden Einfluss auf die Lernleistung.

Welche Gefühle kommen Ihnen als erste in den Sinn, wenn Sie an Ihre Schulzeit denken?

Häufig berichten Erwachsene auf diese Frage von negativen Lern- und Leistungsemotionen wie Angst und Anspannung. Und auch viele Kinder, die heute davon erzählen, äußern sich ähnlich.

Mit dem Wissen, dass schwierige Emotionen – wie z. B. durch Angst erzeugter Stress – für Lernen, Lernerfolg und die Entwicklung hinderlich sind, erschreckt und verwundert dies. Offenbar gelingt es seit langem im Lernumfeld nicht zuverlässig, Schülerinnen und Schülern förderliche positive Emotionen und glückliches Lernen zu ermöglichen.

Wie groß ist die vermittelte Wertschätzung gegenüber allen Kindern und Jugendlichen? Nicht gegenüber jedem Verhalten, aber Wertschätzung für jeden Schüler, jede Schülerin als individuelle Persönlichkeit. Auf welche Art und Weise werden Wertschätzung und Respekt zuverlässig und deutlich sichtbar vermittelt? Ohne Vergleiche, ohne andere herabzusetzen, ohne den Wunsch, zu beeinflussen oder zu manipulieren (»Nimm Dir mal ein Beispiel an Max!«).

Möglicherweise herrscht bisweilen wertschätzendem Umgang gegenüber ein gewisses überliefertes Misstrauen (»sich auf Lob ausruhen« oder gar »übermütig« werden). Verlässlicher erscheint dann die »Motivation« durch kritische Rückmeldung oder negative Erfahrungen (s. a. den Beitrag »Der ungewollte Ruf« über das Drannehmen im Unterricht).

Auch »alle gleich« zu behandeln« als Ideal, weil scheinbar »gerecht«, kann zu Frustrationen und Enttäuschungen führen. Individuelles Fördern bedeutet auch, individuelle Anforderungen zu stellen, die Erfolgserlebnisse ermöglichen und Selbstvertrauen steigern, um so eine positive Lernmotivation zu ermöglichen. Misserfolg als Motivator setzt ein stabiles Selbstvertrauen voraus, ansonsten besteht die Gefahr, dass die erlebte Hilflosigkeit bei den Schülern und Schülerinnen Vermeidungsverhalten, Ablenken, »Tricksen«, Rückzug usw. wahrscheinlicher machen.

Vom »Glanz in den Augen der Mutter« sprach der Psychoanalytiker Heinz Kohut 1971 als Basis für die Entwicklung von stabilem Selbstwert und Vertrauen. Gilt es heute einerseits von »Eltern« zu sprechen, so kann dieses Bild andererseits Erwachsenen allgemein ein Gefühl für eine förderliche innere und äußere Haltung Kindern gegenüber geben, die mitunter etwas zu kurz kommt bzw. als »selbstverständlich« zu wenig Ausdruck findet.

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