Dipl.-Psych. Nicole Ernst, Psychologische Lerntherapeutin BDP

Bewegung!

Bewegung ist gesundheitsfördernd, sollte das Selbstbewusstsein stärken und vor allem: Spaß machen. Darüber hinaus gibt es auch direkte körperliche und förderliche Auswirkungen von Bewegung – auch auf das Lernen:

  • Aktivierung eines größeren Teils des Gehirns, Vernetzung von Nervenbahnen: vermehrte Bildung von Neurotrophinen, Anregung des Wachstums von Nervenzellen, Steigerung synaptischer Verbindungen, komplexeres Denken wird gefördert.
  • Abbau von Spannung/Stressreduktion, emotional und körperlich. Daueranspannung mit ständigem Adrenalinausstoß erschwert bis blockiert Lernen und Gedächtnis.
  • Bessere Stimmung, gute Laune durch die Freisetzung von Endorphinen.
  • Überkreuzbewegungen (siehe Krabbeln beim Kleinkind) fördern die Koordination beider Gehirnhälften.
  • Förderung der Koordination von Auge und Hand.
  • Steigerung der Durchblutung im Gehirn, Förderung des Stoffwechsels.
  • Handlungsorientiertes Lernen: Steigerung der Merkfähigkeit, wenn verschiedene Sinne genutzt werden. Beispiel: Spielen und Darstellen von Lerninhalten. Das Lernpotenzial erweitert sich, wenn auch ansonsten weniger genutzte Sinne/Gehirnareale aktiviert werden.
  • Nach dem Sport zeigen sich im EEG vermehrt Alphawellen, die vorteilhaft für das Lernen sind.

Schließlich ist Bewegung auch eine Ausdrucksmöglichkeit, wie dieses wunderbare Zitat zeigt:

Wenn ich Ihnen sagen könnte, was es ist, hätte ich es nicht getanzt.

(Zitat der Tänzerin Isadora Duncan nach Howard Gardner: »Abschied vom IQ«, 2001)

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