Tel.-Nr. 0 22 26 - 92 56 56

Entwicklung moralischen Verhaltens

Zur Moralentwicklung des Menschen bietet das Konzept von Lawrence Kohlberg eine Orientierung. Es differenziert Entwicklungsstufen, die auch als Hinweise zur gezielten Unterstützung moralischen Verhaltens dienen können.

Förderliche Merkmale des (Lern-) Umfeldes sind u. a. gegenseitig respektvoller Umgang und Empathie sowie regelgeleitetes und argumentatives Handeln. Reale oder erdachte Situationen können Anlass sein, das Nachdenken über eigenes Handeln anzuregen.

Stufen der Moralentwicklung nach Lawrence Kohlberg

Präkonventionelle Ebene

1. Stufe – Orientierung an Strafe und Gehorsam: Regeln werden befolgt, um Strafe zu vermeiden.

2. Stufe – Orientierung an Kosten-Nutzen und Gegenseitigkeit: Verhalten beruht auf Gegenseitigkeit, es gilt die einfache Regel »wie du mir so ich dir«.

Konventionelle Ebene

3. Stufe – Orientierung an gegenseitigen Erwartungen: Handeln orientiert sich an den Erwartungen von Bezugspersonen bzw. Autoritäten.

4. Stufe – Orientierung an sozialem System und Gewissen (»Recht und Ordnung«): Erkennen, dass moralische Normen für das Funktionieren der Gemeinschaft wichtig sind.

Postkonventionelle Ebene

5. Stufe – Orientierung am sozialen Vertrag oder individuellen Rechten: Normen werden hinterfragt und nur noch als verbindlich angesehen, wenn sie gut begründet sind. Bestimmte Normen werden aufgrund von Gedanken an Gerechtigkeit und dem Nutzen für alle akzeptiert. Ca. 25% der Menschen erreicht diese Stufe.

6. Stufe – Orientierung an universellen ethischen Prinzipien und dem Prinzip zwischenmenschlicher Achtung. Richtiges Handeln wird mit selbst gewählten ethischen Prinzipien, die sich auf Allgemeingültigkeit und Widerspruchslosigkeit berufen, in Einklang gebracht. Es gelten abstrakte Prinzipien (nicht mehr konkrete moralische Regeln). Konflikte sollen argumentativ und unter zumindest gedanklicher Einbeziehung der Beteiligten gelöst werden. Nur weniger als 5 % erreicht diese Stufe.

Entwicklungsorientiert verbindet Kohlberg die einzelnen Stufen nicht mit bestimmten Altersangaben, sondern geht vielmehr davon aus, dass der Mensch sich das ganze Leben innerhalb dieser Stufen entwickeln kann.

Ähnliche Beiträge

Hat mein Kind ADS / ADHS ?

Zunächst ist wichtig zu wissen: es gibt keinen ADS / ADHS – Test, der das Vorliegen einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit Sicherheit klärt. Vielmehr werden Merkmale abgefragt bzw. Checklisten durchgegangen. Dort wird dann bspw. erfragt, ob ein Schulkind uneinsichtig ist, schnell wütend wird, sich rasch ablenken lässt, klug ist und dennoch Lernprobleme hat, im Unterricht »träumt« usw.. […]

Mehr erfahren

Anregungen zum Thema Sinn

In der Bewältigung von Stress und Belastungen kann auch die Betrachtung des Themas Sinn helfen. Hier ist damit weniger der Sinn des Lebens grundsätzlich gemeint, als vielmehr das sinnvolle Leben jetzt. Bei der Annäherung an die Frage lässt sich der Blick lenken auf erfüllende Aktivitäten, wertvolle Erlebnisse sowie Einstellungen, die der inneren Stimme (auch: dem […]

Mehr erfahren

Selbstwert und Kommunikation

Virgina Satir ist eine der bedeutendsten Familientherapeutinnen. Sie hat in ihrer Arbeit in besonderem Maße den hohen Stellenwert des Selbstwertes, der Selbstachtung für das individuelle, aber auch gesellschaftlichen Leben betont. Einen Menschen mit hohem Selbstwert beschreibt sie als jemanden, der »weiß, dass er etwas bedeutet und dass die Welt ein kleines Stückchen reicher ist, weil […]

Mehr erfahren