Tel.-Nr. 0 22 26 - 92 56 56

Belohnung als Motivation – hilft das?
Lese-Tipp

In der Familie, in Schule und Kindergarten – überall stellt sich Erwachsenen bisweilen die Frage, wie sie Kinder zu bestimmten Verhaltensweisen, wie z. B. Lernen, motivieren können. Gerne wird das Belohnungsprinzip angewendet, also Süßigkeiten, Sternchen, usw. für bestimmtes Verhalten. Nicht wenigen Eltern ist aus meiner Erfahrung dabei eigentlich nicht ganz wohl.

Die Soziologin und Familientherapeutin Hella Dietz beleuchtet in einem Beitrag für ZEIT online das Thema Belohnung als Motivation.

»Belohnungen scheinen im ersten Moment also durchaus zu wirken, langfristig wirken sie jedoch schlechter als andere oder gar keine Motivationsprogramme. Doch das ist noch nicht alles. Belohnungen verführen die Belohnenden dazu, sich gar nicht erst mit den Gründen für ein Verhalten zu beschäftigen – vielleicht hat das Kind Gründe, unruhig und laut zu sein, vielleicht sind die Aufgaben für den Schüler zu leicht oder die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterin ungünstig.«

Dietz, Hella: „Belohnen ist das neue Bestrafen“, unter: http://www.zeit.de/kultur/2017-03/erziehung-belohnungen-psychologie-verhalten-motivation-10nach8 (abgerufen am 04.04.2017)

 
Zum Artikel auf ZEIT online »

Ähnliche Beiträge

Bewegung!

Bewegung ist gesundheitsfördernd, sollte das Selbstbewusstsein stärken und vor allem: Spaß machen. Darüber hinaus gibt es auch direkte körperliche und förderliche Auswirkungen von Bewegung – auch auf das Lernen: Aktivierung eines größeren Teils des Gehirns, Vernetzung von Nervenbahnen: vermehrte Bildung von Neurotrophinen, Anregung des Wachstums von Nervenzellen, Steigerung synaptischer Verbindungen, komplexeres Denken wird gefördert. Abbau […]

Mehr erfahren

Konzentrationsprobleme, Konzentration & Lernen

»Er kann sich einfach nicht konzentrieren.« »So viele Fehler – da hat sie sich nicht richtig konzentriert.« Im Umgang mit Lernen und besonders mit Lernproblemen wird der Begriff „Konzentration“ recht häufig verwendet. Meine Erfahrung zeigt, dass es Sinn macht, darin die Beschreibung eines beobachteten Verhaltens beim Lernenden zu sehen und nicht die Ursache für die […]

Mehr erfahren

Ansichtssache!

„(…), dass Realität nicht das ist, was sie uns zu sein scheint, sondern eine soziale Konstruktion sozialer Akteure.“ (Arist von Schlippe et al., 1995) Realitäten werden konstruiert – sie existieren nicht unabhängig vom Betrachter, nicht »an sich«. Einstellungen und Bewertungen sind Teil der Bausteine, mit denen wir unsere Realität aufbauen und daher von zentraler Bedeutung […]

Mehr erfahren