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Stark gegen Stress

„Wie wird man in einem Fluss mit Stromschnellen, Strudeln und anderen potenziellen Gefahren ein guter Schwimmer?“ (Antonovsky, 1997)

Der Medizinsoziologe Antonovsky entwickelte das Konzept der »Salutogenese«. Es zeigt Einstellungen, die dazu führen, dass Menschen unter identischen Stressbedingungen eher gesund bleiben als andere.
Zusammenfassend nannte er diese Einstellungen, die den Unterschied ausmachen, »sense of coherence« (SOC), Kohärenzsinn.

Drei Faktoren machen demnach den Kohärenzsinn aus; sie gilt es in ihrer Entwicklung zu fördern:

  • Verstehbarkeit: Geschehen wird als strukturiert und erklärbar erlebt.
  • Handhabbarkeit: Die Überzeugung, Ereignisse können eigenständig oder mit Hilfe bewältigt werden.
  • Sinnhaftigkeit: Probleme und Anforderungen werden als Herausforderungen angegangen, weil dies als bedeutsam und wertvoll erlebt wird.

Auch das Konzept der »Resilienz« beschäftigt sich mit den Schutzfaktoren, die Menschen gegenüber den Belastungen des Lebens widerstandsfähig (und damit auch: leistungsfähig) machen. Demnach ist ein weiterer Aspekt in jedem Alter wichtig,

  • das Vorhandensein unterstützender Beziehungen.

Beispielsweise zeigte sich für Kinder »ein wertschätzendes und strukturgebendes Erziehungsklima wichtig, in dem Eltern konsistente und klare Verhaltensregeln geben und den Alltag strukturieren«, über ihre Kinder informiert sind (z. B. über Aufenthaltsort und Kontakte) und sich zugewandt und interessiert zeigen (vgl. Conen 2005).

Stärkende Kontakte können auch (zusätzlich) „Mentoren“ außerhalb des Elternhauses sein, wie Lehrer, Verwandte, Therapeuten und andere.

Im Hinblick auf kompetentes Lernen bedeuten diese Überlegungen im Umgang mit Schülern u. a.

  • aktives, selbstständiges Lernen unterstützen, »forschen«
  • Problemlösestrategien entwickeln
  • Selbstwert stärken
  • ermutigende Rückmeldungen geben
  • zielorientiertes, strukturiertes Arbeiten fördern
  • angemessene Leistungsanforderungen stellen
  • Fehler/Misserfolg als Schlüssel für zukünftigen Erfolg sehen
  • das Nutzen von Hilfsangeboten als Kompetenz verdeutlichen

Auch in Lerntherapie und Beratung in meiner Praxis sind das Verstehen von Zusammenhängen (z. B. innerhalb des Lernstoffs, zwischen eigenem Verhalten und Ergebnis), das Stärken des eigenen Kompetenzgefühls (statt Hilf- und Mutlosigkeit), das Entwickeln sinnvoller Ziele sowie der wertschätzende Kontakt von grundlegender Bedeutung.

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