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Ein Intelligenztest?

Oftmals tragen Eltern sich schon eine Weile, manchmal Monate oder Jahre mit dem Gedanken, einen Intelligenztest für ihr Kind durchführen zu lassen. Und es ist verständlich und richtig, nicht »einfach so« zu testen. Es geht darum, in wie weit es eine konkrete Fragestellung gibt, bei der ein solcher Test (oder auch andere Testdiagnostik) helfen können. Was also könnte für einen IQ-Test, ein Begabungsprofil, sprechen? Wie kann ein solcher Test bei der Förderung der Entwicklung gezielt unterstützen? Und bei welchen Schwierigkeiten könnte er helfen, diese zu verstehen und anzugehen?

Verhalten erklären

Unkonzentriertheit, träumen, ablenken, vermeiden von Schularbeit und Hausaufgaben, stören im Unterricht, Schulstress – die wichtige Frage lautet: Was steckt dahinter? Was sind die Gründe für das Verhalten? Neben der Exploration der Situation, also dem gezielten Ergründen der Ursachen im Gespräch, ermöglicht ein differenziertes Intelligenzdiagnostikum ergänzend eine fundierte Einschätzung des Entwicklungsstandes in unterschiedlichen Bereichen. Dazu gehören neben einem Gesamt-IQ-Wert Informationen u. a. über

  • Arbeitsgedächtnis
  • Sprachverständnis
  • Verarbeitungsgeschwindigkeit
  • visuell-räumliches Denken
  • schlussfolgerndes Denken

Sie erhalten ein umfassendes Bild vom (aktuellen) Leistungspotenzial Ihres Kindes. Die Profilanalyse ermöglicht eine Aussage über Stärken und Schwächen und gibt wertvolle Hinweise für eine gezielte Förderung.

Lernprobleme verstehen

Ein Intelligenztest kann ergänzend zur Diagnostik fraglicher Teilleistungsstörungen wie LRS (Lese-Rechtschreibstörung) oder Dyskalkulie so wie bei anderen Lernschwierigkeiten durchgeführt werden, um ggf. weitere Möglichkeiten der Förderung zu erkennen.

Überdurchschnittliche Begabung bzw. Hochbegabung feststellen

Eine überdurchschnittliche Begabung oder Hochbegabung zeigt sich nicht selbstverständlich in guten Noten, Selbstbewusstsein und sozial-emotionaler Stabilität. Besteht der Verdacht auf eine höhere Begabung, kann ein Test helfen, Klarheit zu gewinnen und damit weitere Unterstützung ermöglichen. Mehr erfahren >>

Testverfahren

WISC-V

Die WISC-V ist die aktuelle Revision des weltweit am häufigsten eingesetzten Intelligenzdiagnostikums zur Erfassung kognitiver Fähigkeiten von Kinder und Jugendliche der Altersgruppe von 6;0 bis 16;11 Jahren.
Neben dem Gesamtwert ermöglicht die Differenzierung in verschiedene Bereiche (vgl. oben) eine fundierte Einschätzung des Entwicklungsstandes.

WPPSI-III

Die WPPSI-III stellt einen Intelligenztest zur Erfassung allgemeiner und spezifischer kognitiver Fähigkeiten von Kindern zwischen 3;0 und 7;2 Jahren dar. Mit der WPPSI-III kann ein Gesamt-IQ als Maß für den kognitiven Entwicklungsstand eines Kindes im Vorschulalter bestimmt werden. Zusätzlich können vier weitere übergeordnete Werte berechnet werden: Verbal- und Handlungsteil, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Allgemeine Sprachskala. 

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